20. Juli2010
Sachsen ist nicht Hamburg. Alle Umfragen unter der sächsischen Bevölkerung weisen seit vielen Jahren eine überwältige Mehrheit für das längere gemeinsame Lernen aus – und das nicht nur sechs Jahre, wie in Hamburg vorgeschlagen und durch den Volksentscheid zurückgewiesen, sondern mindestens acht Jahre. Das Hamburger Ergebnis hat daher keine Signalwirkung, sondern ist Ausdruck einer völlig anderen bildungspolitischen Tradition.
Man sieht an Hamburg aber auch, dass Schwarz-Grün bildungspolitisch kein Zukunftsmodell ist: Selbst gut gemeinte kleine Fortschritte werden handwerklich so schlecht gemacht und den Eltern unzureichend erklärt, dass sie nicht umgesetzt werden können. Damit hat sich Hamburg einem Weg hin zu einem Bildungssystem verschlossen, das die Fähigkeiten aller Kinder aus allen Elternhäusern angemessen fördert. Spannend ist zudem der Blick auf die Wahlbeteiligung: diese war vergleichsweise niedrig und vor allem die Verteilung der Wähler_innenstimmen ist einen zweiten Blick wert – so kann man ablesen, dass die Wahlbeteiligung in Stadtteilen mit Hohem Anteil an Sozialleistungsbezieher_innen extrem niedrig, in solchen mit niedrigem Anteil viel höher war. (Quelle: dishwasher.blogsport.de)
In Sachsen ist die Bevölkerung klüger als die Regierung, die Bedingungen für die Volksgesetzgebung sind jedoch im Flächenstaat Sachsen ungleich schwerer als im Stadtstaat Hamburg. Insofern bleibt der einzig erfolgversprechende Weg zur flächendeckenden Einführung der Gemeinschaftsschule die Abwahl der CDU.
Gestern fand ausserdem eine Sondersitzung des Haushalts- und Finanzausschusses statt, bei der es um die Folgen aus dem Auslaufen des Bezirkstarifvertrages Mittelschulen und Gymnasien ging:
Die frohe Botschaft: mit Wirksamkeit zum Schuljahresbeginn werden 130 junge Lehrer_innen (50 für Gymnasien, 80 für Mittelschulen) in Sachsen eingestellt und die durch das Ende der Zwangs-Teilzeit für alle Lehrer_innen erforderliche Stellen-Festschreibung im Haushaltsplan erfolgte. Die Freude darüber wird allerdings stark durch den Umstand getrübt, dass die neuen Lehrer_innen nur einen Jahresvertrag erhalten – so schafft man keine attraktive Perspektive für Lehrernachwuchs im Freistaat Sachsen!
Leider bleibt das Kultusministerium bei der Einstellungspraxis verzagt: Es werden nicht einmal die 143 Stellen ausgeschöpft, die durch eine noch höhere Bereitschaft von Lehrer_innen zur freiwilligen Fortsetzung der Teilzeit, als in der Prognose angenommen, möglich gewesen wären. Einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt der völlig überflüssige Zeitdruck – binnen 14 Tagen muss die Einstellung der Nachwuchslehrer_innen inmitten der Sommerferien organisiert werden – , schließlich hätte man bereits 2008 angesichts der bekannten Laufzeiten alles Erforderliche in den Doppelhaushalt 2009/2010 schreiben können.
Die gut 24 Millionen Euro, die im laufenden Haushaltsjahr gebraucht werden, sollen aus übertragenen Haushaltsresten des Jahres 2009, Ganztagsangeboten und durch Streichung der Leistungsprämien für Lehrer_innen im Jahr 2010 erwirtschaftet werden. Die LINKE fordert, dass in keinem Fall Gelder aus dem Kultusministerium herangezogen werden; diese Regierung selbst hat den Anspruch, Lehrer_innen nach Leistung zu bezahlen, und bei den ohnehin unzureichenden Ganztagsangeboten zu streichen, dient nicht der individuellen Förderung der Schüler_innen an Mittelschulen und Gymnasien.
Kategorie/n: Bildung
20. Juli2010
HATiKVA – die Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte
und Kultur Sachsen e.V. ist seit ihrer Gründung im September 1992 dem Anliegen verpflichtet, über jüdische Geschichte und Kultur in Vergangenheit und Gegenwart in großer Breite zu informieren.
Seit der Gründung entwickelte sich HATiKVA e.V. zu einer weit über Dresdens Stadtgrenzen hinaus wirkenden Bildungs- und Kultureinrichtung, die in ihrer thematischen Spezifik, in ihrer Angebotsbreite, aber insbesondere im Schwerpunktbereich außerschulischer Jugendbildung, im Freistaat Sachsen bisher einmalig ist. Neben der Bildungsarbeit sind Kulturarbeit, die Online-Zeitschrift MEDAON und Forschung wichtige Arbeitsfelder. Im Letztgenannten ist HATiKVA aktuell im Projekt “Pegischa – Obschtschenie – Begegnung”, das sich mit Biographien von Juden mit unterschiedlicher Herkunft auseinander setzt, involviert.
Ab Oktober 2010 sucht HATiKVA e.V. einen neuen Praktikanten (m/w). Die genaue Aufgabenstellung des Praktikanten ist verhandelbar und sollte sich an den Arbeitsschwerpunkten von HATiKVA e.V. und den jeweiligen Interessen des Praktikanten orientieren. Die Praktikumszeit sollte mindestens 6 Wochen betragen.
Bei Interesse und für nähere Informationen melden Sie sich bitte per Email über info@hatikva.de oder telefonisch unter 0351 80 20 489
Kategorie/n: Allgemein
6. Juli2010
Hiermit möchte ich auf folgende Veranstaltung hinweisen:
dialogintegration – Eine Veranstaltungsreihe des Ausländerrat Dresden e.V.
Es passierte in aller Öffentlichkeit. Schlimmer noch, im geschützten Rahmen eines Justizgebäudes. Und das ist das eigentlich Tragische an diesem Fall: Polizei und Justiz haben sich bis dahin vorbildlich um den Schutz der Würde und der Rechte von Marwa El-Sherbini gekümmert, doch ausgerechnet während der daraus folgenden Gerichtsverhandlung versagt der Schutz ihres Lebens.
Sicherheitstechnisch wurde reagiert: In sächsischen Gerichten sind verstärkte Personen- und Gepäckkontrollen vorgesehen. Notrufsysteme sollen ausgebaut, eine mobile Einsatzgruppe eingesetzt und Justizwachtmeister mit Pfefferspray ausgerüstet werden. «Wir wollen die Einrichtungen aber nicht zu Festungen ausbauen», sagte Sachsens Justizminister Jürgen Martens Anfang des Jahres.
Wir wollen am kommenden Mittwoch mit dem Dresdner Oberstaatsanwalt Christian Avenarius darüber diskutieren, wie dieser Fall nicht nur den sicherheitspolitischen, sondern auch den juristischen Umgang mit rassistisch motivierten Taten verändert hat. Und wir stellen uns weitere Fragen: Aus welchem Umfeld heraus können solche Taten geschehen? Haben sie die Kraft, gesellschaftliches Denken und Einstellungen gerade gegenüber Migrantinnen und Migranten verändern zu können?
Veranstaltungsdaten:
7. Juli 2010, 19:00 Uhr
Internationales Begegnungszentrum Dresden
Heinrich-Zille-Str. 6, 01219 Dresden
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Kategorie/n: Allgemein, Antidiskriminierung, Migration
6. Juli2010
Die Initiative gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit lädt ein: In Oberprex, einem Ortsteil der Gemeinde Regnitzlosau im Landkreis Hof, haben Neonazis einen ehemaligen Gasthof erworben und sind dabei, ihn zu einem Zentrum der extremen Rechten auszubauen.
Eine erste „private“ Sonnwendfeier mit mehreren Dutzend Nazis aus Bayern, Sachsen, Thüringen und anderen Bundesländern hat am vergangenen Wochenende bereits in Oberprex stattgefunden.
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt haben die Nazis in Hochfranken Strukturen aufgebaut. Diesem Formierungsprozess darf die demokratische Öffentlichkeit nicht weiter tatenlos zusehen.
Die Erfahrungen in Wunsiedel, Warmensteinach oder Gräfenberg zeigen, dass öffentlicher, zivilgesellschaftlicher Widerstand erfolgreich sein kann.
Wir laden ein, zu einem ersten Ratschlag
Was tun gegen Nazis in der Region und anderswo?
INITIATIVE GEGEN RECHTSEXTREMISMUS UND AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT c/o R. Scholz * Postfach 13 21 * 95141 Oberkotzau
Hof, Haus der Jugend,
Sophienstraße 23 (Wittelsbacher Park)
Donnerstag, 15.07.2010 – 19:00 Uhr
Kategorie/n: Antifa