Sächsisches Schulwesen und Fachkräftemangel
10. September2009
Am Dienstag veröffentlichte die OECD eine Studie mit dem Titel „Bildung auf einen Blick 2009“. Laut dieser Studie liegt das bundesdeutsche Bildungswesen im internationalen Vergleich noch immer zurück. Zwar bescheinigt die OECD auch der Bundesrepublik eine „anhaltende Bildungsexpansion“, doch ist die finanzielle Ausstattung des Bildungsbereiches viel zu gering. Für Sachsen, das kein Untersuchungsgegenstand der Studie ist, äußert sich die Bildungsexpansion vor allem in der gestiegenen Zahl der Universitätsabsolventen. Sie ist von 60.000 im Jahr 1993 auf derzeit 107.000 gestiegen. Die Absolventenquote – das ist der Anteil der Akademiker an der Bevölkerung eines Jahrgangs – ist jedoch im Freistaat zu gering. Während sie international bis zu 40% beträgt, liegt sie in Sachsen lediglich bei 25 %.
Das ist zu wenig, um den prognostizierten Fachkräftemangel wirksam begegnen zu können. Ziel der Bildungspolitik muss es sein, die Absolventenquote auf 40 % zu erhöhen. Angesichts dieser volkswirtschaftlichen Notwendigkeit müssen sich diejenigen, die noch immer für eine frühe Auslese der Schülerinnen und Schüler plädieren, fragen lassen, wie ernst sie es mit der Zukunft des Freistaates meinen. Wo Fachkräfte fehlen, kann sich kein Staat die frühe Auslese der Schülerinnen und Schüler mehr leisten. Alle mitnehmen, keinen zurücklassen – lautet das Gebot der Stunde. Längeres gemeinsames Lernen und Qualitätssteigerung im Bildungsbereich schließen einander nicht aus, im Gegenteil. Das heißt moderne Bildung.




