Freya Maria Klinger - So schön kann Zukunft sein

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Antidiskriminierung

Europaabgeordnete Dr. Cornelia Ernst informiert sich über die Situation von Roma in Nordtschechien

25. Oktober2011

Ich möchte mich recht herzlich bei den vielen Menschen bedanken, die dem Spendenaufruf vom 6. Oktober 2011 nachgekommen sind und zahlreich Kleidung und Schulmaterial für Romafamilien im Šluknover Zipfel im Rothaus vorbeigebracht haben. Diesen Spenden wurden nun übergeben und es konnte vielen aktiv geholfen werden.

Am 17.10.2011 besuchte die Europaabgeordnete Dr. Cornelia Ernst, die in der Fraktion GUE/ NGL im Europaparlament für Roma-Fragen verantwortlich ist, die tschechische Stadt Varnsdorf. Hier kommt es seit fast zwei Monaten zu Ausschreitungen und massiven Anfeindungen der dort lebenden Roma. An jedem Wochenende finden antiziganistische Demonstrationen statt, an denen sich neben Neonazis aus Tschechien und Deutschland auch EinwohnerInnen von Varnsdorf beteiligen.
Frau Dr. Ernst traf sich in Varnsdorf mit der NGO „Poradna“ und besuchte zwei Wohnheime, in denen Roma untergebracht sind. Sie konnte sich dabei einen umfänglichen Einblick in die Lebenssituation und Ängste der Betroffenen verschaffen. Weiterlesen »

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Buchtipp: “Tödliche Realitäten”

16. August2011

Ich möchte euch gern ein Buch empfehlen, welches der RAA Sachsen diesen Monat herausgegeben haben. Es ist ein Sammelband, welcher nicht nur an den Mord von Marwa El-Sherbini und die gesellschaftlichen Umstände in Dresden/Sachsen erinnert, sondern auch an die anderen elf Todesfälle rechtsmotivierter bzw. rassistischer Gewalt in Sachsen seit 1990 erinnert.

“Im Juli 2009 wurde Marwa El-Sherbini in Dresden aus rassistischem Hass ermordet. Jetzt erinnert ein Sammelband der Opferberatung des RAA Sachsen e.V. an die abscheuliche Tat und reflektiert die politischen wie gesellschaftlichen Reaktionen. Gleichzeitig werden jene Zustände beschrieben, in denen ein solcher Mord möglich war.

Das Buch enthält Texte von Autoren aus Wissenschaft, Publizistik, Politik und ehrenamtlichen Initiativen. Zu lesen sind unter anderem Störungsmelder-Autorin Heike Kleffner zu „(K)eine Frage der Wahrnehmung: die tödliche Dimension politisch rechts motivierter Gewalt“ sowie Dierk Borstel und Andreas Grau vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Dresden.

Verschiedene Autoren, setzen sich mit den medialen und gesellschaftlichen Reaktionen auf den Mord auseinander. So schildern beispielsweise Wolfgang Donsbach und Anna-Maria-Schielicke die „Verarbeitung des Mordes an Marwa El-Sherbini in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung“. In einem Interview sprechen zwei Initiatorinnen eines Treffs für muslimische Frauen in Dresden-Johannstadt über die Situation von Muslimas nach dem Mord.

Sabine Schiffer und Floris Biskamp diskutieren anhand des Begriffes der „Islamophobie“ das Spannungsfeld zwischen Islamkritik und antimuslimischen Ressentiment. Auch die juristische Aufarbeitung der Tat wird beleuchtet, wobei Staatsanwalt Christian Avenarius „Einige Gedanken zum Umgang der Justiz mit dem Mord an Marwa El-Sherbini“ formuliert. Zur Frage des gesellschaftlichen Umgangs mit rassistischer Gewalt stellt der Dresdner Verein Bürger.Courage seine Aktion „18 Stiche“ vor und der Vorsitzende des Ausländerrat e.V. Sebastian Vogel fragt danach, was sich in Dresden zwei Jahre nach der erschreckenden Tat verändert hat.


Herausgeber: Opferberatung des RAA Sachsen e.V.
Tödliche Realitäten. Der rassistische Mord an Marwa El-Sherbini
Dresden, 1. August 2011
ISBN: 978- 3- 00- 034794- 8″

Das Buch könnt ihr kostenlos bei den Beratungsstellen des RAA Sachsen erhalten. Bei Bestellung von mehr als einem Exemplar wird um Spenden gebeten. Gegen Übernahme der Portokosten kann es auch unter projekt@raa-sachsen.de bestellt werden.

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Die Opferberatung Sachsen veröffentlicht ihre Halbjahresstatistik

10. August2011

Obwohl die Zahl der rechtsmotivierten und rassistischen Angriffe im ersten Halbjahr diesen Jahres etwas zurückgegangen sind, gibt es trotzdem keinen Grund zur Freude! Noch immer gibt es in Sachsen Gegenden, in denen sich andersdenkende und -aussehende Menschen massiven Bedrohungen ausgesetzt sehen und rechte Übergriffe an der Tagesordnung sind. Allein in meinem Wahlkreis gab es acht Übergriffe, rechnet man noch den Erzgebirgskreis sowie den Landkreis Mittelsachsen dazu erhöht sich die Zahl auf 19 rechtsmotivierte Taten.
Auch aus diesem Grund möchte ich euch die Halbjahresstatistik der Opferberatung Sachsen empfehlen.
Die komplette Statistik ist hier abrufbar.

“90 rechtsmotivierte und rassistische Angriffe im 1. Halbjahr 2011 in Sachsen – Halbjahresstatistik der Opferberatungsstellen des RAA Sachsen e.V.

Die Opferberatung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V. registrierte in der ersten Jahreshälfte 90 Angriffe, von denen 142 Personen direkt betroffen waren.

Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Rückgang zu verzeichnen (1. Halbjahr 2010: 120) Die Opferberatung sieht dennoch keinerlei Anlass zur Entwarnung.

„Rechte Gewalttaten bleiben seit Jahren in Sachsen auf hohem Niveau. Die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum niedrigere Zahl lässt nicht zwangsläufig auf einen tatsächlichen Rückgang verübter Angriffe schließen. Es ist immer von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Gründe dafür können mangelndes Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden sein, das von einer Anzeige abhält, aber auch eine Gewöhnung bei Betroffenen an alltägliche Attacken. Wenn Angriffe weder angezeigt, noch uns gemeldet werden, tauchen sie in keiner Statistik auf – das heißt jedoch nicht, dass sie nicht stattgefunden haben,“ sagt Andrea Hübler (Beratungsstelle Dresden).

Wie bereits in den Vorjahren bilden mit Dresden (22), Leipzig (16) und Chemnitz (8) die Städte die Schwerpunkte rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt in Sachsen.

Unter den ländlichen Regionen nimmt der Landkreis Zwickau mit 9 registrierten Angriffen den traurigen Spitzenplatz ein. Katja Braß (Beratungsstelle Leipzig) gibt zu bedenken: „Auch das Leipziger Umland mit den Landkreisen Leipzig (6) und Nordsachsen (7) muss nach wie vor als Schwerpunktregion betrachtet werden, vor allem, wenn man die Angriffszahlen ins Verhältnis zur Einwohner_innenzahl setzt. Hinzu kommt, dass sich die hier durch Neonazis verübten Angriffe durch besondere Brutalität auszeichnen. Auch ist die Neonaziszene der Region derzeit sehr aktiv.“

Sachsenweit sind nichtrechte und alternative Jugendliche am häufigsten von rechtsmotivierten Angriffen betroffen (32). Rassismus ist in 23 Fällen als Tatmotiv anzusehen. In 10 Fällen richteten sich die Angriffe gezielt gegen politisch Aktive, die sich beispielsweise gegen Neonazis oder Rassismus engagieren.

Körperverletzungsdelikte (47) sind die am häufigsten vorkommenden Straftaten, gefolgt von Nötigungen/Bedrohungen/versuchte Körperverletzungen (31).

Bei der Tötung des Wohnungslosen Andre K. in Oschatz am 27. Mai gibt es Hinweise, dass es sich um einen rechtsmotivierten Mord handeln könnte. „Sollte sich das vermutete Motiv bestätigen, wäre das dritte Jahr in Folge einem Menschen aufgrund von Ungleichwertigkeitsvorstellungen das Leben genommen worden – 2009 Marwa El-Sherbini in Dresden, 2010 Kamal Kilade in Leipzig. Rechtsmotivierte und rassistische Gewalt ist potentiell tödlich, da die Täter aufgrund ihrer Einstellungen Menschen das Recht auf körperliche Unversehrtheit, gar auf ihr Leben absprechen. Diese Dimension muss ernst genommen werden“, so Andrea Hübler.”

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Katastrophale Zustände in der Gemeinschaftsunterkunft Spröda

9. August2011

Ich möchte euch anbei eine Pressemitteilung aus dem Juli-Newsletter der Sächsischen Opferberatung empfehlen. In diesem Text wird auf die katastrophalen Zustände in den Asylbewerber_innenheimen im Freistaat – exemplarisch wird hier Spröda bei Delitzsch genannt – berichtet.

“Spröda, ein Ortsteil von Delitzsch, irgendwo im Nirgend­wo. Bis zur Stadtgrenze von Delitzsch sind es 3,4 km und die nächste Einkaufsmöglichkeit ist etwa 8 km entfernt, umgeben von Feldern, direkt an einer Landstraße ohne Fahrrad- und Fußweg. Eine ehemalige Kaserne, flache Gebäude, ein ödes Gelände, begrenzt von einem Zaun und die Fenster vergittert. Dort leben 111 Männer zwölf verschiedener Nationalitäten.

Diese Männer leben nicht freiwillig in dieser Gemeinschafts­unterkunft, sie sind Flüchtlinge, Asylsuchende, welche ihr Land verlassen mussten und nun in Deutschland wohnen. Sie werden mit einem ihnen unbekannten Land, einer neu­en Bürokratie, einer ihnen meist unbekannten Sprache kon­frontiert und haben kaum Entfaltungsmöglichkeiten: Selbst Studenten oder ausgebildete Fachkräfte haben nur einen eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Deutschkur­se müssen sie selbst finanzieren, Unterstützung und Inte­grationshilfen können die Angestellten der Heimbetreiber aufgrund mangelnder Qualifikationen und Fremdsprachen­kenntnisse eher nicht geben. Weiterlesen »

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