Freya Maria Klinger - So schön kann Zukunft sein

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Migration

Anhörung des Gesetzentwurfes über Bestellung hauptamtlicher kommunaler Migrationsbeauftragter

10. November2011

Heute beriet der Innenausschuss des Sächsischen Landtages im Rahmen einer öffentlichen Anhörung über den Gesetzentwurf der Fraktion DIE LINKE zur Bestellung hauptamtlicher kommunaler Migrationsbeauftragter.

Die Mehrheit der Sachverständigen unterstützt das Anliegen, dass wir in dem Gesetzentwurf formuliert haben.

Stojan Gugutschkow aus Leipzig, dienstältester Integrationsbeauftragter in Sachsen, bekräftigte, was auch in der Begründung des Gesetzentwurfes steht: „Integration gelingt oder scheitert vor Ort in der Kommune“ deshalb sei es notwendig, dass Migrationsbeauftragte dort tätig werden, koordinieren und vernetzen. Weiterlesen »

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Fahrradsammlung für die Mobilität jugendlicher Flüchtlinge

13. September2011

Bei den diesjährigen Interkulturellen Wochen der Stadt Chemnitz wird das Chemnitzer Netzwerk refugee empowerMEnt gemeinsam mit dem Verein Wiederbelebung kulturellen Brachlandes eine Fahrradsammlung und -werkstatt auf dem Marktplatz durchführen.

Am 17.09.2011 werden auf dem Chemnitzer Marktplatz Fahrräder jeglichen Zustands von Chemnitzer Bürgerinnen und Bürgern gesammelt und mit jugendlichen Flüchtlingen vor Ort repariert und verkehrstauglich gemacht. Im Anschluss werden die Räder den Flüchtlingen als Verkehrsmittel zur Verfügung gestellt.
Der Hintergrund ist, dass sich viele Flüchtlinge in Chemnitz keine Mobilität leisten können: weder ein Fahrrad, geschweige denn ein Auto, noch ein ÖPNV-Ticket. Diese Aktion wird damit die Mobilität jugendlicher Flüchtlinge in Chemnitz verbessern.
Gleichzeitig soll auf Missstände, wie das Asylbewerberleistungsgesetz aufmerksam gemacht werden, dessen Satz für Asylsuchenden und Geduldeten um ca. 30-40 % niedriger ist, als die Hartz IV Regelsätze.
Um dies Aktion durchführen zu können, werden die Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung gebeten.
Wer ein altes, aber noch brauchbares Fahrrad für einen guten Zweck abgeben möchte, ist beim ganztägigen Stand zur Eröffnungsfeier der Interkulturellen Wochen gern gesehen.

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Katastrophale Zustände in der Gemeinschaftsunterkunft Spröda

9. August2011

Ich möchte euch anbei eine Pressemitteilung aus dem Juli-Newsletter der Sächsischen Opferberatung empfehlen. In diesem Text wird auf die katastrophalen Zustände in den Asylbewerber_innenheimen im Freistaat – exemplarisch wird hier Spröda bei Delitzsch genannt – berichtet.

“Spröda, ein Ortsteil von Delitzsch, irgendwo im Nirgend­wo. Bis zur Stadtgrenze von Delitzsch sind es 3,4 km und die nächste Einkaufsmöglichkeit ist etwa 8 km entfernt, umgeben von Feldern, direkt an einer Landstraße ohne Fahrrad- und Fußweg. Eine ehemalige Kaserne, flache Gebäude, ein ödes Gelände, begrenzt von einem Zaun und die Fenster vergittert. Dort leben 111 Männer zwölf verschiedener Nationalitäten.

Diese Männer leben nicht freiwillig in dieser Gemeinschafts­unterkunft, sie sind Flüchtlinge, Asylsuchende, welche ihr Land verlassen mussten und nun in Deutschland wohnen. Sie werden mit einem ihnen unbekannten Land, einer neu­en Bürokratie, einer ihnen meist unbekannten Sprache kon­frontiert und haben kaum Entfaltungsmöglichkeiten: Selbst Studenten oder ausgebildete Fachkräfte haben nur einen eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Deutschkur­se müssen sie selbst finanzieren, Unterstützung und Inte­grationshilfen können die Angestellten der Heimbetreiber aufgrund mangelnder Qualifikationen und Fremdsprachen­kenntnisse eher nicht geben. Weiterlesen »

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Willkommen – Nichts ist süßer denn die Heimat

12. Juli2011

Nachblick zum Theaterstück “Willkommen – Nichts ist süßer denn die Heimat” im Weltecho

Der Ankündigungstext auf dem Flyer klang spannend und vielversprechend: „Sie begeben sich in die Hände von Schleusern und Schleppern. Sie erwartet eine Flucht-Reise, die Geschick und Mut erfordert. Immer laufen Sie Gefahr, auf dieser Reise verloren zu gehen. Wer Glück hat, gelangt nach mehreren Etappen zum Asylverfahren. Wer gebraucht wird, darf bleiben.“
Das Theaterstück ist ein Projekt des Büros für theatrale Strategie Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Oscar e.V., einem im Weltecho ansässigen Verein. Gefördert wurde das Stück durch die Kulturstiftung Sachsen, den Bund und die Stadt Chemnitz. Der künstlerische Leiter Michael-Paul Milow stellte gemeinsam mit circa fünfzig Migrantinnen und Migranten, Künstlerinnen und Künstlern eine Installation von acht Räumen emotional erfahrbar her.
Wir trafen uns zu viert vor dem Weltecho und bekamen für unser Eintrittsgeld einen großen Plastiksack in die Hand gedrückt. Nervosität machte sich breit, der Innenhof der ehemaligen Kammer der Technik war mit Zeltplanen und Bauzäunen abgesperrt und undurchsichtig. Wir linsten in unsere Tüten, jede und jeder hatte ein Kleidungsstück, Bargeld (sogenannte Mikili), Klebeband, Büroklammern und Wattebäusche, manche hatten einen Flaschenöffner in ihren Tüten. Was sollten wir damit anfangen? Wir durchliefen eine Odyssee bürokratischer Vorgänge. Auf rumänisch, arabisch, tschechisch und persisch angeredet – wir verstanden kein Wort, aufgefordert Formulare auszufüllen, Sport- und Sprachtest zu absolvieren, Fingerabdruck und Körperscan. Hatte man endlich alle nötigen Stempel und Formulare zusammen beginnt eine Art Reise nach Jerusalem: Wer darf bleiben, wer wird geduldet, wer wird abgeschoben?

Wir sitzen im Anschluss noch lange im Hof des Weltecho zusammen und reden über unsere Gefühle und Erfahrungen während des Stückes. Beklemmung, Furcht, Unsicherheit und das Gefühl nichts beeinflussen zu können werden genannt. Das Theaterstück machte Asyl und Flucht ein Stück erfahrbarer für uns, die wir im sicheren Europa leben – gedankenvoll gehen wir nach Hause.

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